Profil anzeigen

WAZ-Fanpost - Marken & Altpapier

WAZ-FanpostWAZ-Fanpost
WAZ-Fanpost
Liebe Leserinnen und Leser,
…heute beginnt die Fußball-Europameisterschaft 2021. Das ist gewiss keine Neuigkeit für Sie, und ein „Newsletter“ soll ja schon des Namens wegen eine solche enthalten. Und doch hat diese schlichte Feststellung einen gewissen Wert. Man muss nämlich schon darauf hinweisen, dass wir bereits das Jahr 2021 schreiben, denn das große paneuropäische Turnier heißt offiziell „UEFA Euro 2020“. Das liegt nicht etwa daran, dass sich in Nyon am Westufer des Genfer Sees plötzlich ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum aufgetan hat, in dass die UEFA-Zentrale gefallen wäre, sondern hat – wie so vieles im Fußball – natürlich mit Vermarktung zu tun. Die EM, seit 1960 in verschiedenen Formaten ausgetragen, ist eine solche Marke, die man zu Geld machen kann. Vereinfacht gesagt: Wenn Sie beispielsweise als Geschäftsmann ein „EM-Sonderangebot“ machen wollen, können Sie das einfach tun – machen Sie aber ein „Sonderangebot zur UEFA Euro 2020“, müssen Sie dafür zahlen, auch wenn wir schon 2021 haben. Und weil das in der Praxis genauso kompliziert ist wie es klingt, ändert man Markennamen nicht einfach so, nur weil sich die Jahreszahl ändert. Allerdings: Wenn ich bei mir daheim ein Sonderangebot mit der Jahreszahl 2020 entdecke, weckt das bei mir nicht unbedingt das Bedürfnis, ein Schnäppchen machen zu wollen, sondern eher das Bedürfnis, mal wieder das Altpapier zu entsorgen, denn offenbar liegen da ja immer noch Prospekte aus dem Vorjahr rum.
Aber zurück zum Sport: Deutschland wird nicht Europameister, die Engländer werden besser sein als gedacht, Frankreich wird stolpern, Spanien ist nicht so stark wie es mal war und den Titel holt Italien. Gefällt Ihnen als Prognose nicht? Ich habe beliebig viele andere im Angebot und mindestens bis zum Anstoß des ersten Spiels sind ja alle irgendwie wahr. Auch diese Alternative: Deutschland scheitert unglücklich im Halbfinale, England scheidet in der Vorrunde aus, Belgien scheint unbesiegbar, die Schweiz überrascht mit dem Halbfinal-Einzug und den Titel holt am Ende die Niederlande. Gefällt mir zugegeben besser als die erste Variante, denn dann hätten wir auch daheim ein bisschen was davon; das Schweiz-Duo Kevin Mbabu/Admir Mehmedi und der Oranje-Stürmer Wout Weghorst sind zusammen mit Xaver Schlager, Pavao Pervan und Josip Brekalo ja so etwas wie „unsere Jungs“ bei dieser EURO 20irgendwas. Und auch wenn wir es jetzt noch merkwürdig finden mögen, dass diese EM in ganz Europa stattfindet, wir also jeden Tag wieder erstaunt feststellen werden, dass heute in Baku oder Kopenhagen oder London oder Rom gespielt wird: Im Grunde ist das egal, denn auch diese EM wird für uns vor allem daheim im Wohnzimmer oder Garten oder Fernsehkeller oder wenn’s gut läuft in irgendeiner „Außengastronomie“ (gab es dieses Wort 2020 eigentlich schon?) stattfinden. So wie immer.
„Wie immer“ soll auch möglichst bald wieder der Amateurfußball rollen – idealerweise mit einer „normalen“ Saison 2021/22, an deren Ende wir hoffentlich wieder über Meisterschaften, Abstiege und Torjäger reden können und nicht mehr über Trainingsgruppengrößen und Hygieneregeln für Kontaktsporttraining. Wenn es richtig gut läuft, gilt irgendwann der Woody Allen zugeschriebene Satz „Komik ist Tragik plus Zeit“ - und wir alle können über die kuriosen Corona-Begleiterscheinungen lachen. Über Wörter wie „Außengastronomie“ oder „Kontaktsporttraining“. Und über Veranstaltungen aus dem Jahr 2020, die 2021 stattfinden.

Was war sonst? Unsere fünf Themen der Woche:

Neues Gebäude, Sandplatz und Co.: VfL will Infrastruktur "auf ganz neues Level heben"
Klartext von Wolfsburg-Kapitän Guilavogui: "Ich bin froh, dass Glasner weg ist"
Lupo startet am 27. Juni ins Mannschaftstraining, drei Abgänge stehen fest
Nach dem besten zweiten Platz aller Zeiten: Bei den VfL-Frauen geht der Umbruch weiter
Vorsitzender, Trainer und jetzt Umzugshelfer: Mohammed Rezzoug lebt den 1. FC Wolfsburg
Mein Satz der Woche:

„Normalerweise habe ich pro Saison fünf Gelbe Karten, aber in der vergangenen Saison habe ich das nicht geschafft, weil ich nicht viel spielen durfte.“
VfL-Kapitän Josuha Guilavogui im großen SPORTBUZZER-Interview.
Ich wünsche Ihnen sportliche Wochen – die Fanpost verabschiedet sich in die Sommerpause.
Andreas Pahlmann
AZ/WAZ-Sportredaktion
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.