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WAZ-Fanpost - Heimmacht VfL Wolfsburg - Liegt's am Bett?

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Liebe Leserinnen und Leser,

…da wir hier ja unter uns sind: Reden wir doch mal über Sex. Anlass ist natürlich die schlichte Tatsache, dass die Profis des VfL Wolfsburg seit dieser Saison die Nächte vor Heimspielen daheim verbringen dürfen – und seitdem im eigenen Stadion nicht mehr verloren haben. „Das beste Bett sollte das zu Hause sein – die Nacht bei der eigenen Frau oder Freundin tut den Jungs offenbar sehr gut“, sagte Trainer Oliver Glasner dazu. Mit einem Augenzwinkern zwar, aber auch mit wenig Spielraum für Interpretationen.

Nun wissen wir natürlich nicht, ob die Fußballer ihre persönlichen Heimspiele vor den Heimspielen vielleicht eher für eine Runde Malefiz oder einen Netflix-Marathon nutzen, aber nur für den Fall, dass die Andeutungen des Trainers in die richtige Richtung gehen, haben wir mal nachgeschaut: Nach übereinstimmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wirkt sich Sex vorm Spiel tatsächlich nicht schädlich auf die Leistung aus, wenn man zwei Dinge beherzigt. Er sollte zeitlich nicht auf Kosten des Schlafes gehen. Und er sollte nur in begrenztem Umfang Leistungssport-ähnliche Anstrengungen beinhalten. Auch die Sache mit dem für die Wettkampf-Aggressivität so förderlichen Testosteron ist kein Problem: Dessen Level wird im Körper nach dem Sex zwar geringer, steigt aber innerhalb weniger Stunden wieder auf Normalmaß. Eine Erkenntnis, die mich nahtlos zu einem ehemaligen Mitspieler meiner aktiven Kreisklassen-Zeit bringt, der einst lapidar formulierte: „Sex vorm Spiel? Mir egal, aber in der Kabine geht nichts!“

Leider mussten wir uns in dieser Woche auch mit einem Thema beschäftigten, das wissenschaftlich weit weniger gut erforscht ist. Anlass war die Auswechslung von Marin Pongracic beim 2:2 des VfL im Spiel bei Union Berlin. Der Verteidiger war im vergangenen Jahr an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt und fing sich zudem noch den Corona-Virus ein. Seine Fitness war ganz offenbar immer noch beeinträchtigt. Am Samstag nun soll er für das Spiel gegen Leipzig dennoch wieder zum Kader gehören, zuvor wurde er gründlich durchgecheckt. Ich kann jeden verstehen, den das erstaunt. Doch wir alle wissen noch viel zu wenig über mögliche Folgen von Covid-Erkrankungen, um das beurteilen zu können, selbst Fachleute lernen jeden Tag dazu. Ein Leitfaden für den Umgang damit ist nicht in Sicht. Trainer Glasner sprach von einer „Zwickmühle“, in der man da als sportlicher Verantwortungsträger steckt. Im Zweifelsfall sollte aber immer gelten: Kein sportlicher Erfolg ist es wert, unkalkulierbare Schäden dafür in Kauf zu nehmen.

Zurück zur Normalität – oder besser: zu einer neuen Normalität im Frauenfußball. Während es bei den Männern längst üblich war, über Marktwerte zu diskutieren, gab es das bei den Fußballerinnen nicht. Nun ist das Wort „Marktwert“ gewiss kein schönes, weil es Menschen zur Ware macht. Aber Geld ist im Profisport nun mal ein großer Faktor, viel zu oft sogar der wichtigste. Von daher ist es nur konsequent, dass das Frauenfußball-Portal soccerdonna.de nun auch Fußballerinnen-Marktwerte veröffentlicht. Wie diese Marktwerte zustande kommen, kann man natürlich immer wieder hinterfragen; bei den Männern hat die Erfahrung gezeigt: Wie viel Ablöse man bekommen kann, hängt vor allem von der Nachfrage ab. Und die kann sich jederzeit ändern. Aber: Als Index für Leistungsentwicklungen taugt das, was die Seite transfermarkt.de (quasi die „Mutter“ von Soccerdonna) veröffentlicht, durchaus. Dass Ablösesummen bei den Frauen ein immer wichtigeres Thema werden, zeigte im vergangenen Jahr vor allem der Wechsel der Wolfsburgerin Pernille Harder zum FC Chelsea. Die Professionalisierung des Frauenfußballs schreitet voran, der VfL scheint dabei zumindest in einer Hinsicht gut aufgestellt zu sein: Die beiden wertvollsten Spielerinnen der Bundesliga spielen in Wolfsburg.

Während der Profi-Sport weiter Themen liefert, ruht der Amateursport immer noch. Darum könnte eine Nachricht untergehen, die für viele kleinere Fußballklubs enorm wichtig ist. Denn bisher durften Mannschaften immer mal wieder nicht aufsteigen, weil ihnen der Nachwuchsunterbau fehlte. Diese Regelung könnte nun kippen, die Entscheidung fällt am 6. Februar. Die Hintergründe dazu hat unser Kollege Henning Kampen aufgeschrieben.

Am Ende noch ein Hinweis für alle, die sich fragen, ob es denn trotz des ungewöhnlichen Terminplans wieder ein VfL-Heft zur Bundesliga-Rückrunde gibt. Die Antwort ist: Ja. Die Produktion liegt gerade in den letzten Zügen, und wenn nichts dazwischenkommt, liegt das Heft am Samstag, 23. Januar, in Ihrer AZ/WAZ.

Marktwerte: Deutschlands wertvollste Fußballerin kommt aus Wolfsburg
Was war sonst? Unsere fünf Themen der Woche:

Perfekt: Wolfsburg verleiht Klaus nach Düsseldorf
Eurosport-Experte und VfL-Legende lobt Giovanna Scoccimarro
DFB-Pokal-Achtelfinale: VfL Wolfsburg gegen Schalke live im Free-TV
Grizzlys Wolfsburg: Cortina braucht einen Sieg, sonst droht ihm das Aus
Müdens Kapitän hat im Lockdown Yoga für sich entdeckt
Mein Satz der Woche:

„So wie ich ihn kennengelernt habe und so wie er mich kennengelernt hat, wissen wir voneinander, dass wir beide gewinnen wollen.“
Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann über seinen Wolfsburger Kollegen Oliver Glasner
Ich wünsche Ihnen eine sportliche Woche!
Andreas Pahlmann
AZ/WAZ-Sportredaktion
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