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WAZ-Fanpost - "Erkes" Jubiläum und Weghorsts Sangeskünste

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Liebe Leserinnen und Leser,
…es ist fast 29 Jahre her, dass ich zum ersten Mal ein Training des VfL Wolfsburg besucht habe – dienstlich. Als Aushilfe in der WAZ-Sportredaktion im Sommer 1992 hatte ich zwei Arbeitsaufträge bekommen: Eine Geschichte über die Schwäche bei Standardsituationen und ein Update in Sachen Milos Nedic; der bosnische Abwehrspieler absolvierte damals ein Probetraining beim VfL. Nach der Einheit sprach ich zum ersten Mal mit Uwe Erkenbrecher, dem damaligen VfL-Trainer. Mein Arbeitsergebnis: Ein Text mit der Überschrift „Hellwach, wenn der Ball ruht“ und die Meldung, dass Nedic nicht verpflichtet wird.
Niemand hätte damals geahnt, wie viele Gespräche mit „Erke“ noch folgen sollten – über den VfL, über neue Klubs, über Erfahrungen im Ausland, über den MTV Gifhorn und über Lupo/Martini Wolfsburg. Ein Gespräch ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Kurz nach seiner Zeit beim VfL 93 in Hamburg traf ich Erkenbrecher bei einem Hallenturnier in der Alsterdorfer Sporthalle. Ein junger Spieler aus dem Amateurkader des HSV verzückte dort die Fans mit Toren und technischer Raffinesse. Sein Nachname war allerdings schwer auszusprechen, auch beim Hallensprecher hakte es hier und da. Dabei, so erklärte es mit Erkenbrecher im VIP- und Presseraum der Halle, sei das doch eigentlich ganz einfach: Sali-hami-zitsch.
Hasan Salihamidzic ist längst kein Zungenbrecher mehr – und Uwe Erkenbrecher ist immer noch bei uns in der Region. Der Anruf, der ihn einst nach Wolfsburg lockte, ist ziemlich genau 30 Jahre her. Das war für uns der Anlass für ein großes Porträt über den Fußballlehrer, der immer auch polarisierte. Kollege Jürgen Braun hat viele Gespräche mit Erke geführt, herausgekommen ist ein beeindruckender Text, der im AZ/WAZ-Sonderheft zur Rückrunde erstmals erschien und seit dieser Woche auch online im SPORTBUZZER zu lesen ist.
Erkes Top-Torjäger zu seiner Anfangszeit in Wolfsburg hieß Siggi Reich, viele große VfL-Torjäger folgten. Roy Präger, Andrzej Juskowiak, Edin Dzeko, Grafite, Bas Dost, Mario Gomez – und jetzt Wout Weghorst. Der Niederländer stand in dieser Woche extrem im Fokus, seine Torquote ist beeindruckend. So beeindruckend, dass auch im fernen Brasilien einer schwärmt, der immer noch einen VfL-Rekord hält: 28 Tore schoss Grafite für den VfL in der Meistersaison, dass Weghorst diese Zahl erreicht, ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Grafite selbst hat uns verraten, was er seinem Nach-nach-nach-nach-Nachfolger zutraut. Und ich muss zugeben: Dass Weghorst so eine Saison spielt, hätte nicht gedacht.
Dass der VfL erfolgreich ist, hat auch mit Weghorsts Sangeskünsten zu tun – denn die gehören zu den Anzeichen für eine Top-Stimmung im Team dazu. Am Sonntag wird die Mannschaft nun vor eine ganz besondere Probe gestellt, denn mit Borussia Mönchengladbach kommt ein enorm starker Gegner in die VW-Arena. Das Gute aus meiner Sicht: Selbst bei einer Niederlage würde der VfL im Rennen um die Champions-League-Plätze bleiben – das ist eine extrem angenehme Ausgangsposition.
Einen Platz besser in der Tabelle stehen die Fußballerinnen des VfL, und doch ist die Ausgangslage eine ganz andere. Denn der Dauer-Meister ist es nicht gewohnt, „nur“ Zweiter zu sein. Nach dem Schneeball-Spiel gegen Potsdam, das nie hätte angepfiffen werden dürfen, wartet nun mit 1899 Hoffenheim die nächste schwere Aufgabe auf das Team von Trainer Stephan Lerch – und das auf einem hoffentlich vernünftig bespielbaren Rasen. Übrigens: Der Ärger von Lerch über die Bedingungen beim Potsdam-Spiel war in der vergangenen Woche der am meisten gelesene Text auf der Sportbuzzer-Seite der AZ/WAZ.
Noch immer gilt: Der Fußball rollt, andere Sportarten pausieren – darunter leiden auch die zahlreichen Tischtennis-Spieler und -Spielerinnen unserer Region. Unser Mitarbeiter Andreas Vogel hat dazu mit einem gesprochen, der sich auskennt wie kaum ein anderer: Rainer Kruschel, jahrzehntelang für den TSV Wolfsburg an der Platte und jetzt Leistungssport-Referent beim Deutschen Tischtennisbund. Er sagt: „Tischtennis wird die Krise als Nicht-Kontaktsport insgesamt überstehen!“ 

Was war sonst? Unsere fünf Themen der Woche:

Schneebaden und Seilspringen: Wie der SV Wagenhoff seine Mannschaft zusammenhält
Melchiori muss weiter auf die Liebste warten, Fauser vor Comeback
Neue Wolfsburg-Marktwerte: Irre Steigerung bei Lacroix!
Heimische Fußball-Vertreter glauben an frühere Rückkehr zum Spielbetrieb als 23. Juli
DFB-Trainerin über Wolfsburgs Schult: "Es wird nicht daran scheitern, dass sie Mutter ist"
Mein Satz der Woche:

 „Die Spieler haben gesungen, sie haben getanzt.“
Oliver Glasner, VfL-Trainer

Ich wünsche Ihnen eine sportliche Woche!
Andreas Pahlmann
AZ/WAZ-Sportredaktion
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