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WAZ-Fanpost - Die neue Heimschwäche in der Liga

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Liebe Leserinnen und Leser,
…ich hoffe, Sie haben‘s daheim schön. So schön, dass Sie trotz Home-Office, Home-Schooling oder andauerndem Da-Home-bleiben-müssen die eigenen vier Wände und alle sich innerhalb dieser befindlichen Menschen immer noch mögen. In Zeiten, in denen man Sätze wie „Zuhause ist es doch am schönsten“ oder „Ich würde gern mehr Zeit mit meiner Familie verbringen“ aus naheliegenden Gründen immer seltener hört, wächst ja das Risiko, dass man das eigene engere Umfeld als zu abwechslungsarm empfindet.
Die Bundesliga-Klubs jedenfalls - keine Angst, es geht hier tatsächlich um Sport -, mögen ihr eigenes Daheim gerade nicht mehr so sehr. In nur knapp 35 Prozent aller Spiele der gerade abgelaufenen Hinrunde gab es Heimsiege, so niedrig war dieser Wert noch nie! Da ist es umso bemerkenswerter, dass sich gerade der in der Vorsaison so heimschwache VfL Wolfsburg gegen den Trend stemmt: Nur die beiden Top-Teams der Liga, Bayern und Leipzig, haben aktuell eine bessere Bilanz im eigenen Stadion als der VfL! Woran das liegt? Der Kalauer, dass man es in Wolfsburg ja gewöhnt ist, vor ziemlich leeren Rängen zu spielen, ist so langweilig wie der andauernde Blick auf die eigenen Zimmerwände. Dass der VfL in dieser Saison eine gewisse Unbeirrbarkeit an den Tag legt, taugt da schon eher als Erklärung: Er spielt nicht immer gleich gut, lässt sich aber von äußeren Umständen wie leeren Rängen, Corona-Fällen im Team oder schlechten Plätzen (wie beim 2:0-Sieg in Mainz) nicht so sehr aus der Ruhe bringen. Als Manager Jörg Schmadtke für unseren Kollegen Engelbert Hensel sein Hinrunden-Fazit zog, brachte er es auf den Punkt: „Die Mannschaft war störungsresistent, sie hat ihren Job gut gemacht - egal, was passiert ist.“
Dass zwischen Hinrunden-Ende und Rückrunden-Start nur drei Tage liegen, gehört zu den Besonderheiten dieser Corona-Saison – und führt dazu, dass kaum Zeit da ist, um in gewohnter Ruhe ein Fazit der ersten Saisonhälfte zu ziehen. Auf ein paar Gewohnheiten wollten wir dennoch nicht verzichten – beispielsweise auf die Notenrangliste des VfL. Und natürlich gibt es auch wieder das VfL-Heft der AZ/WAZ zur Rückrunde. Es liegt am Samstag in Ihrer Zeitung, zu lesen gibt es unter anderem ein Interview mit Ridle Baku und Geschichten über den „ewigen“ VfL-Zeugwart Heribert Rüttger und über Ex-VfL-Trainer Uwe Erkenbrecher.
Zu den großen VfL-Themen dieser Hinrunde gehört auch Wout Weghorst, der mittlerweile einer der Top-Torjäger der Bundesliga ist – und sich mittlerweile bei den ganz großen Stürmern der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte einreiht. Zwölf Hinrunden-Tore hat er erzielt, das hat noch kein VfLer geschafft. Erreicht er diese Zahl auch in der Rückrunde, zieht er in der ewigen VfL-Torjägerliste mit Diego Klimowicz gleich und läge dann auch nur noch zwei Treffer hinter Grafite. Um Edin Dzeko (66 Bundesliga-Tore für den VfL) anzugreifen, müsste Weghorst (aktuell 45 Tore für den VfL) über den Sommer hinaus in Wolfsburg bleiben, was man durchaus bezweifeln darf. Dass der VfL so um die 30 bis 35 Millionen Euro Ablöse für ihn verlangen wird, halte ich allerdings für eine defensive Kalkulation. Denn hält Weghorst seine Form, würde ich an Stelle von Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer den Hörer erst abnehmen, wenn ein Verein bereit ist, über Summen jenseits der 40 Millionen zu reden. Was die beiden dann mit diesem Geld machen, könnte zu den ganz, ganz spannenden Themen des kommenden Transfer-Sommers gehören.
Zu den spannenden Themen der nächsten Wochen werden auch die Fußballerinnen des VfL gehören, für die die zweite Saisonhälfte in der ungewohnten Rolle der Bayern-Jägerinnen beginnen wird. Mitte Februar geht die Bundesliga weiter, und bis dahin wird Almuth Schult weiter daran arbeiten, wieder die Nummer 1 im VfL-Tor zu sein. Nach Schulter-OP und der Geburt ihrer Zwillinge hat die Ausnahme-Torhüterin in dieser Woche ihr erstes Spiel als Mutter absolviert, es war ihre erste Partie überhaupt seit Mai 2019. Und wer ihre Beharrlichkeit und ihren unaufgeregten Ehrgeiz kennt, der ahnt: Sie wird schnell dafür sorgen, dass man weder im Wolfsburger Tor noch im Tor der Nationalmannschaft an ihr vorbeikommt.
Und noch ein Tipp für die Ohren: Das Wölferadio, der Fan-Podcast über den VfL Wolfsburg, feiert seinen fünften Geburtstag und seine 200. Folge. Zum Jubiläum durfte ich mit Initiator und Moderator Lenny Nero über die VfL-Hinrunde und über die Lage vorm Leverkusen-Spiel sprechen.

Was war sonst? Unsere fünf Themen der Woche:

Trotz des Lockdowns: Bei Triangels Kapitän staubt die Spielkonsole ein
Furchners Brustlöser: Aber die Grizzlys werden nicht euphorisch
VfL-Frauen verpflichten Nationalspielerin Lena Lattwein
Sportmediziner kritisiert: Wolfsburgs Pongracic "hätte nie spielen dürfen"
Mein Satz der Woche:

 „In Mainz kannte ich ja alles schon.“
VfL-Profi Ridle Baku im neuen VfL-Sonderheft der AZ/WAZ über seinen Wechsel nach Wolfsburg.
Ich wünsche Ihnen eine sportliche Woche!
Andreas Pahlmann
AZ/WAZ-Sportredaktion
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