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WAZ-Fanpost - Der VfL und die Nationalspieler

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Liebe Leserinnen und Leser,
knapp 21 Jahre ist es her, da führte mich eine besondere Dienstreise nach Amsterdam - ich durfte den ersten Auftritt eines Wolfsburger Fußballers in der deutschen Nationalmannschaft begleiten. Sportberichterstattung funktionierte damals noch ganz anders, ich traf Zoltan Sebescen am Tag vorm Spiel im DFB-Mannschaftshotel, wir plauderten entspannt auf einem Sofa in der Lobby. Ohne Anmeldung, ohne Absprache, ohne Pressesprecher - und ohne den Hinweis, die Zitate doch bitte noch an den DFB zu schicken.
Keine Angst, das wird jetzt kein “Früher-war-alles-besser”-Text (früher war nämlich fast nichts besser), und dass Gespräche mit Profi-Fußballern ausschließlich von den Klubs oder vom Verband organisiert werden, hat auch Vorteile für uns – die Termine lassen sich so viel einfacher organisieren. Was früher auch nicht besser war: die Qualität des Bundestrainers. Erich Ribbeck nämlich setzte Sebescen gegen die Niederländer völlig falsch ein, nach 45 Minuten war für den als Rechtsverteidiger überforderten Debütanten Schluss – auch mit der Länderspielkarriere.
VfL-Spieler in der deutschen A-Nationalmannschaft – das blieb eine eher wenig erfolgreiche Geschichte. Jetzt hat Ridle Baku die Chance, seine Geschichte zu schreiben. Dass er wie einst Sebescen bei seinem Debüt die rechte Seite bearbeiten durfte, soll möglichst die einzige Parallele bleiben. Denn auch wenn Baku nach seiner Premiere gegen Tschechien wieder zur U21 musste – sein Auftritt macht Hoffnung für eine starke Zukunft, beim VfL und beim DFB.
Bakus Premiere überlagerte in dieser Woche ein anderes großes Fußball-Thema: Was wird aus dem VfL Wolfsburg und seinem Trainer? Dass es überhaupt eine Diskussion um Oliver Glasner gab, ist für mich in erster Linie eine Frage der Kommunikation: Wer sollte was zu welchem Zeitpunkt sagen dürfen, wer redet mit wem und wann? Und wie oft? Und verträgt man sich dabei? Und was bedeutet es, wenn man das nicht tut? Diese und andere Fragen zum Thema versuchen auch wir seit einer Woche zu beantworten, die Ergebnisse lesen und lasen Sie (fast) täglich in der AZ, der WAZ und im SPORTBUZZER.
Dort werden Sie auch lesen, wie das aus heimischer Sicht wichtigste Sportereignis des Wochenendes ausgeht: Die VfL-Frauen spielen am Sonntag bei Bayern München – und brauchen einen Sieg, um Platz eins zu erobern. Was mich besonders freut: Diesen Classico des deutschen Frauenfußballs gibt es live im Dritten zu sehen, um 14.05 Uhr geht es los. Was mich noch mehr freuen würde: Wenn es bei ARD oder ZDF liefe. Denn die „Sichtbarkeit“ des Frauenfußballs im TV bleibt problematisch, der DFB tut sich (auch angesichts noch laufender und eher unvorteilhafter TV-Verträge) immer noch schwer, die Liga medial vernünftig zu pushen. Andere Länder sind da weiter – auch darum sind Ex-Bundesliga-Stars wie Melanie Leupolz (Ex-Bayern) und Pernille Harder (Ex-Wolfsburg) am Sonntag nicht dabei – sie spielen jetzt beide für Chelsea in London.
Baku, Glasner, Frauenfußball-Classico – dass der Profi-Fußball unsere Berichterstattung beherrscht, ist in diesem Monat logisch – denn Amateur-Sport findet nicht statt. Aber wie ist es für ambitionierte Hobby-Sportler, wenn das Hobby ausfällt? In unserer neuen Serie „Wie ist die Lage, Kapitän?“ stellen wir genau diese Frage – an die Mannschaftsführer der heimischen Kicker.
Dabei haben wir schnell gelernt: Mannschaftsgeist gibt es auch, wenn man nicht mehrmals pro Woche gemeinsam auf dem Platz steht.

Was war sonst? Unsere fünf Themen der Woche:

"Werden echtes Vier-Reihen-Team!": So starten die Grizzlys ins Turnier der DEL-Klubs
Justvan als Paradebeispiel: Wolfsburg behält seine abgegebenen Youngster im Blick
Saison des Umbruchs: Aber die Team-Chemie stimmt bei Gifhorns Volleyballern
Egal ob Arztkoffer oder Pulled Pork: Hendrik Joswig packt beim FC Brome an
Wolfsburg-Profi Pongracic: "Die Diagnose war ein Schock"
Mein Satz der Woche:

„Im Fußball können nur Siege beruhigen.“
VfL-Kapitän Josuha Guilavogui über den Transfer-Ärger in Wolfsburg. 
Ich wünsche Ihnen eine sportliche Woche!
Andreas Pahlmann
AZ/WAZ-Sportredaktion
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